
Überschwemmung der Philippinen, Foto: Sir Merves
Der Klimawandel hat bereits heute erhebliche Auswirkungen sowohl auf die weltweiten Ernteerträge als auch auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser. Konzentrierte sich die internationale Diskussion um den Klimawandel bislang auf natur- und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte, könnte nun die Forderung nach menschenrechtlichen Kriterien auf nationaler und internationaler Ebene frischen Wind in die festgefahrenen Klimaverhandlungen bringen.
Klimawandel und Recht auf Nahrung/Recht auf Wasser
Es gibt inzwischen wissenschaftlich keine Zweifel mehr, dass der Klimawandel die Nahrungsmittelproduktion auf vielfache Weise negativ beeinflusst. Der von

Vertrocknete Böden
Klimawissenschaftlern für das 21. Jahrhundert vorhergesagte globale Temperaturanstieg von 1,8 bis 4°C führt dazu, dass viele Pflanzen in ihren bisherigen Anbaugebieten nicht mehr so gut oder sogar gar nicht mehr angebaut werden können. Der Klimawandel führt zu steigenden Schwankungen von Niederschlägen; in vielen Regionen, in denen bereits heute wenig Niederschlag fällt, wird in Zukunft noch weniger fallen. Reduzierte Niederschlagsmenge und Temperaturanstieg werden gerade in Ländern mit einer überwiegend regenbewässerten Landwirtschaft diese nahezu unmöglich machen.
So sagt der Weltklimarat etwa voraus, dass in einigen afrikanischen Ländern die Erträge des Regenfeldbaus schon bis 2020 um 50% sinken könnten.
Weitere prognostizierte Folgen der Klimaerwärmung sind ein Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme der Intensität von Extremwetterereignissen (Dürren, Stürme, Überschwemmungen) sowie insgesamt größere Schwankungen in den Wettermustern. Dürren haben Ernteausfälle zur Folge und durch das Eindringen von Salzwasser aufgrund eines ansteigenden Meeresspiegels werden Ackerböden unfruchtbar und Süßwasserquellen unnutzbar.

Gletscherschwund in den Anden, Foto: John Rudolf
Die sich ändernden Niederschlagsmuster, der Anstieg des Meeresspiegels und das Abschmelzen der Gletscher werden die Verfügbarkeit von Trinkwasser erheblich beeinträchtigen. Durch die Gletscherschmelze im Sommer werden Flüsse gerade in der trockensten Jahreszeit mit Wasser versorgt. Durch den Gletscherschwund verschwinden diese Wasserreservoirs.
Aus menschenrechtlicher Perspektive besteht darüber hinaus Handlungsbedarf bei sogenannter klimafreundlicher Politik. So wird beispielsweise in der EU und in den USA im Namen des Klimaschutzes mittels Beimischungsquoten massiv die Nutzung von Agrarkraftstoffen vorangetrieben, da diese weniger Emissionen verursachen als herkömmliches Benzin. Dabei wird außer Acht gelassen, dass in vielen Ländern des globalen Südens die Produktion von Agrarkraftstoffen zur Verdrängung der lokalen Nahrungsmittelproduktion, zur Vertreibung der ländlichen Bevölkerung und zur Zerstörung der Umwelt führt. So führen vordergründig das Klima schützende Maßnahmen dazu, dass die Hungerproblematik verschärft und das Menschenrecht auf Nahrung verletzt wird.
Weitere Informationen:
FIAN Fact-Sheet Klimawandel und Menschenrechte
FIAN Dokumentation Menschenrechte im Klimawandel